Viel Kohle für weniger Kohle – unser neues Geschenk an die Kohlekonzerne

Wir sind ja schon so einiges gewohnt in Hinsicht darauf, was unsere Bundesregierung den Stromkonzernen für Annehmlichkeiten bietet. Aber die neuste Großkonzernunterstützung ist selbst für diese Verhältnisse eine harte Nummer.

RWE, Vattenfall und Mibrag sollen Braunkohlekraftwerke abstellen, damit die Klimaziele erreicht werden.
So weit so gut.
Allerdings erhalten die Konzerne dafür Geld – viel Geld. Viel Kohle, damit keine Kohle mehr verfeuert wird.
Genauer 230 Millionen pro Jahr für 7 Jahre, also 1,61 Milliarden Euro. Und wofür? Damit diese klimaschädlichen Kohlekraftwerke in eine – wie alle sagen völlig überflüssige – Reserve überführt werden. Damit Arbeitsplätze erhalten blieben.
Wie viele?
Vattenfall geht für seine 1500 MW Kraftwerksleistung von 800-1000 Arbeitsplätzen aus. Die Gesamtmegawatt, die abgeschaltet werden sollen, sind 2700 MW. Macht also – schnell den Dreisatz bemüht und die Mitte 900 angenommen – 1620 Arbeitsplätze. Das wiederum ergibt 142.975,30€ pro Arbeitsplatz für die nächsten 7 Jahre – oder 993.827,10€ pro Kopf in der ganzen Laufzeit.

JA HABT IHR SIE NOCH ALLE?

Selbst wenn ich Arbeitsplätze als Argument gelten lassen würde – es wäre einfacher, für die Betroffenen das Geld auf ein Treuhandkonto einzahlen zu lassen und sie für den Rest ihres Lebens von den Zinsen leben zu lassen. Arbeitsplatz fällt also als Begründung weg.

Bleibt – ja was eigentlich? Umweltschutz kann es ja nicht sein, auch wenn das als Grund für die „Schließung“ in die Reserve angegeben wird. Dann könnte man das Geld auch für eine weitaus umweltfreundlichere Gaskraftwerskreserve ausgeben. Oder für Speichertechnologie für Erneuerbare Energien. Reichen tun die 2700 MW ohenhin nicht, um das Ziel für 2020 zu erreichen.

A propos Erneuerbare Energien: Dank denen ist ja der Börsenstrompreis so dermaßen abgesackt, dass sich Kohlekraftwerke oft gar nicht mehr gewinnbringend betreiben lassen (vor allem, wenn man Kohlesubventionen streichen würde oder FDP Wirtschaftsminister Rösler nicht in der EU die Reparatur des Emissionshandels blockieren würde). Die Kraftwerke wären also ohnehin früher oder später vom Netz gegangen – im Falle von zwei abgelaufenen Kraftwerken definitiv früher, doch statt verschrottet zu werden, generieren sie jetzt in der „Reserve“ Geld für die Stromkonzerne.

Bleibt also? Doch nur eines: Geldgeschenk an Großkonzerne. Wie viele von deren Lobbyisten stehen wohl auf der Liste für Hausausweise, die die Bundestagsparteien trotz sie dazu verpflichtenden Gerichtsurteil nicht herausrücken wollen?

Quellen: MZ (Papier), pv-magazine.de, energie-experten.org

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