Beitrag 25 – Belo Monte oder die Zerstörung der Commons

Dies ist eine Beitragsserie über das Buch „Commons: Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat“, das in 90 Beiträgen verschiedene Aspekte der „Commons“ beleuchtet. Jeder Beitrag wird kurz von mir zusammengefasst. Falls passend, werde ich eine „Moral“ oder ein „Fazit“ ziehen und Gedanken und Fragen zur Diskussion stellen.
Alle Beiträge zu diesem Buch sind mit dem tag „Commons-PMS“ gekennzeichnet und mit diesem erreichbar. Sie stehen unter der Lizenz CC-by-sa. Das Buch kann man auch unter dem Punkt „Open Access“ beim Verlag herunterladen.

Der Bau des Wasserkraftwerks Belo Monte ist ein Beispiel dafür, wie Wachstum immer noch als wichtiger betrachtet wird als die faire Nutzung der Gemeingüter. Zudem wäre es effektiver, statt ein neues Wasserkraftwerk zu bauen, das marode Übertragungsnetz zu modernisieren.

In den 1980er Jahren wurde das Projekt Belo Monte durch internationale Proteste, aufgrund derer die Weltbank einen Millionenkredit zurückzog, eingestellt. Dann wiederbelebte Lula (ehem. brasilianischer Präsident) das Megaprojekt 2003, trotz anderslautender Zusagen.
Der subventionierte Strom wird wohl privaten Stahl-und Aluminiumwerken zugutekommen. In einem Aufsehen erregenden Prozess reichte im August 2011 die Bundesstaatsanwaltschaft Belém Klage ein. Das Aufsehen entstand aus der Begründung: es würden durch das Projekt nicht nur die Rechte der indigenen Völker verletzt, sondern auch jene der Natur. Dies bezieht sich auf die Naturrechte, die 2008 in die Verfassung von Ecuador aufgenommen worden. Staatsanwalt Felicio Pontes ist überzeugt: die Luft wird aufhören, res nullius (keiner rechtlichen Hoheit unterstellt) zu sein. Sie wird res omnium (allen unterstellt). Gleichzeitig schätzte er die gefährdete Fläche Regenwald auf 5300 Quadratkilometer. Mehr als 100 Kilometer des Flusses Xingu würden über Monate hinweg nahezu austrocknen. Der Kampf um das Ungetüm am Xingu ist noch nicht vorbei.

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Wir Piraten haben uns dazu entschlossen, nach dem Grundsatz „Netze in Bürgerhand“ vorzugehen. Wie würden sich wohl die Brasilianer entscheiden? Würden sie den Staudamm bauen? Oder lieber das Stromnetz erneuern? Energie sparen versuchen?

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