Sommerpause vorbei – und Gedanken zu den wahren Kosten von Waffen

Hallo liebe Lesende!

Aus persönlichen/familiären Gründen habe ich Anfang Juli beschlossen, bis (voraussichtlich) Anfang September alle Aktivitäten einzustellen. Das Ziel wurde knapp verfehlt. Aber jetzt bin ich wieder da.

Leider habe ich versäumt, hier eine Nachricht zu hinterlassen, dafür möchte ich mich entschuldigen. Als ich daran gedacht habe, war es Mitte August, da hatte es auch nicht mehr viel Sinn.

Ich weiß noch nicht genau, wann ich den ersten regulären Beitrag einstellen werden – vielleicht morgen, vielleicht auch erst in einer Woche. Aber es ist in einer absehbaren Zukunft.

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Damit ihr trotzdem etwas von dieser Mitteilung habt, hier zwei Gedanken zu Waffen als „Problemlösung“:

1. Vor Somalia gibt es Piraten. Der Typ mit Gewehren und Schnellbooten, der Geiseln nimmt. Wir schicken Militär hin, um die Handelsschiffe zu beschützen.
Die begrenzt wirksame Aktion kostet mindestens 8,3 Mio Euro. Das entspricht einem Euro pro Somali. Dazu kommen aber noch die privaten Ausgaben, die im ein Vielfaches höher sind – für Paramilitärs, Schutzeinrichtungen, vor allem aber Lösegeld. Allein 2011 160 Mio US-Dollar. In diesem Jahr kann man wohl mit rund 300 Geiseln rechnen.

Mit diesem Geld könnte man jeden Küstenbewohner Somalis (nicht nur den aktuellen Piraten) ihr Essen bezahlen. Wenn man bedenkt, dass die meisten Piraten nur Piraten sind, weil ihre vorherige Lebensgrundlage als Fischer von internationalen (auch europäischen) Fangflotten weggefangen wurde, ist das nur recht – und im Vergleich sogar billig. Vom menschlichen Elend bei den Somalis und den Matrosen mal ganz zu schweigen.

2. Wisst ihr, was ein Tarnkappenbomber kostet?
Das kommt natürlich auf das Modell und die letztendliche Stückzahl an (von der B2 wurden wegen Ende des Kalten Krieges nur 21 von 132 geplanten gekauft, weshalb ein Wahnsinnspreis von mehr als 2 Mia US-Dollar rauskam).
Aber man kann über den Daumen gepeilt sagen: 200 Mio, mal mehr, mal weniger, es kommt auch auf Wartungs- und Personalkosten an. Flugzeugunterhalt ist teuer.
Mal salopp ausgedrückt: Mit dem Geld kann man auch jeden, der totgebombt wird, so viel Geld in die Hand drücken, dass er vor lauter Geld ausgeben gar keine Zeit mehr für Rebellionen und Terrorismus hat.

Das gibt einem doch zu denken, oder? Einen Flugzeugträger – oder das selbe Geld in die Entwicklung eines Landes stecken? Was verhindert Terror wohl besser? Was trägt mehr zur Beachtung von Menschenrechten bei?
Was sind die wahren Kosten von Waffen? Nur das, was auf der Rechnung steht?

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2 Kommentare zu Sommerpause vorbei – und Gedanken zu den wahren Kosten von Waffen

  1. Enigma sagt:

    Wow ein echter toller Beitrag! Bringt einen wirklich zum nachdenken.

    • LennStar sagt:

      Ist natürlich nicht so einfach schwarz/weiß – aber für den Preis eines Flugzeugträgers mit allem drum und dran und Unterhalt kannst du ein afrikanisches Land deiner Wahl ernähren und aufbauen. Quasi nebenbei nehmen dann Bürgerkrieg, Terror etc. ab. Je mehr jemand zu verlieren hat, desto weniger Lust auf Kämpfe hat er.
      Der umgekehrte Weg wird in einigen afrikanischen Staaten gemacht, hauptsächlich, wo es Öl gibt. Da verdienen ein paar ganz Reiche, und ums Öl wird gekämpft.
      Eine Untersuchung hat mal gezeigt, dass nichts Bürgerkriege so fördert wie Ölvorkommen.

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