Buch: Das Drachentor – Jenny-Mai Nuyen

Das Drachentor ist ein knapp 560 Seiten dickes Buch der als Jungautorin ziemlich gelobten Jenny-Mai Nuyen (Vita, Amazon ). Es ist ihr zweites Buch und gehört, wie der Name vermuten lässt, in den Bereich der Fantasy.
Doch eine Warnung vorneweg: Die Drachen in diesem Buch gehören nicht der schuppigen Art an, sondern erinnern eher an große Laufvögel, die die meiste Zeit am Boden verbringen und sich nur selten in die Luft erheben. Sie werden von den Menschen als Zug- Last- und Kriegstiere verwendet, wofür sie gezähmt werden müssen.
(Derjenige, der dem Illustrator nicht gesagt hat, dass die Drachen in diesem Buch keine Schuppen sondern Fell haben, gehört geohrfeigt. Das Cover hat wunderbare Schuppen, nur eben total falsch am Platz.)

Das Buch beschreibt den Kampf von Revyn, einem der Schicksalskinder, und der „Kleinen Göttin“ der Elfen, Yelanah, um das Volk der Drachen. Denn diese sind dabei, zu verschwinden. Entweder, sie werden von Menschen eingefangen und gezähmt, oder sie verschwinden ins Nirgendwo…
Der Anfang des Buches dient als eine Art Rahmen, der die grundlegende Geschichte und die Personen einführt. Octaris und seine Tochter Ardhes werden sehr lebendig – die meiner Meinung nach lebendigsten Personen – und spielen dann im Rest des Buches fast keine Rolle mehr. Das ist sehr schade, könnte man doch mit dieser Familie, von der man im Buch noch ein paar Bruchstücke erfährt, eigentlich einen eigenen Roman füllen.
Auch die anderen Personen bleiben in den meisten Situationen relativ flach. Ihre Gedanken und Gefühle sind oft nur eindimensional beschrieben.
Das heißt nicht, dass es keine interessanten Personen oder Ereignisse gibt. Das Buch hat viele tolle Ideen, aber streckenweise versteht man nicht, was die Charaktere für Tage oder Jahre an einem Ziel festgenagelt hält. Oder eher: Man versteht es, kann es aber nicht fühlen. Das Volk der Elfen scheint gleich gar keine Motivation zu haben.

Fazit:
Sehr, sehr schade. Viele gute Ideen, aber handwerkliche Schwächen. 3 von 5 Sternen von mir. Falls Jenny-Mai Nuyen ihr Buch noch einmal tiefgehend überarbeiten sollte, könnte daraus ein guter 4-Sterner oder gar Fünfer werden.

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