Beitrag 13 – Subsistenz – Perspektive für eine Gesellschaft, die auf Gemeingütern gründet

Dies ist eine Beitragsserie über das Buch „Commons – Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat“, das in 90 Beiträgen verschiedene Aspekte der „Commons“ beleuchtet. Jeder Beitrag wird kurz von mir zusammengefasst. Falls passend, werde ich eine „Moral“ oder ein „Fazit“ ziehen und Gedanken und Fragen zur Diskussion stellen.
Alle Beiträge zu diesem Buch sind mit dem tag „Commons-PMS“ gekennzeichnet und mit diesem erreichbar. Sie stehen unter der Lizenz CC-by-sa. Das Buch kann man auch unter dem Punkt „Open Access“ beim Verlag herunterladen.

Beitrag 13 – Subsistenz – Perspektive für eine Gesellschaft, die auf Gemeingütern gründet

Subsistenz ist all das, was der Mensch notwendig zum Leben braucht. Viele dieser Aspekte sind in Waren verwendet wurden, jedoch nicht alle, auch wenn dies oft aus dem Bewusstsein verdrängt worden ist.
Subsistenz und Commons sind keine Überbleibsel vergangener Jahrhunderte, sie enthalten vielmehr zukunftsweisende Perspektiven. Privatisierung und Kommerzialisierung der Gemeingüter, also die Änderung der Subsistenzwirtschaft zur kommerziellen Landwirtschaft, ist erklärtes Ziel der Politik. Statt die eigene Nahrung anzubauen, arbeiten die ehemaligen Bauern als Landarbeiter auf den Feldern von Großgrundbesitzern, um von diesen das Geld zu erhalten, sich Lebensmittel zu kaufen.
Doch das Land, die Luft oder das Wissen um die Heilkraft einer Pflanze sind mehr als nur das Geld, das ihre Privatisierung bringt. Sie sind auch soziale Verbindlichkeit.
„Subsistere“ (lat.) heißt „was aus sich selbst heraus Bestand hat“. Es bezeichnet auch den alltäglichen Prozess der Reproduktion des Lebens. Er ist aus seiner Existenz heraus selbstverständlich, und dies anzuerkennen heißt, das menschliche Leben als Teil des Naturprozesses zu erkennen und anzuerkennen.

Eine Gesellschaft basierend auf Gemeingütern konzentriert sich auf das, was notwendig ist zum Leben, und nicht auf den Verbrauch von immer mehr Konsumgüter. Die gegenwärtig unsere Zivilisation prägenden Werte des Konsumismus laufen zu einer zerstörerischen Zivilisationskrise zusammen, die sich im wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Bereich zeigt. Wir brauchen neue (alte) Werte. So wie unsere eigene Mutter, die uns unbezahlte und unbezahlbare Fürsorge schenkt, müssen wir die Erde, die Mutter von uns allen, lieben, achten und pflegen.

Ein grundlegender Fehler der heutigen Gesellschaft ist die Geldlogik. Wert und Geldwert werden so oft einfach gleichgesetzt, dass es normal erscheint. Was nützt es, wenn Menschen mehr Geld haben, aber trotzdem hungern? Bei sehr vielen Dingen wird viel zu schnell nach Geld gefragt.

„Es ist eine Stadt. Grab sie um!“ Dieses Motto des Urban Gardening zeigt bereits den Kulturwandel. Der öffentliche Raum wird als Allmende begriffen. Das Individuum wird angesprochen, weil es Teil der Commons-Gemeinschaft ist und sich jenseits des Staates selbst politisch ermächtigt. Dazu gehört eine unmittelbare gemeinschaftliche Handlungsfähigkeit. Und bei diesen Commons geht es nicht ums Geld, sondern um Subsistenz, insbesondere einschließlich des sozialen.

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Die Prinzessinnengärten in Berlin sind das wahrscheinlich bekannteste Beispiel von Urban Gardening in Deutschland, aber es gibt auch andere. Das Besondere an den Prinzessinnengärten ist, dass der ganze Garten mobil ist. Alle Teile des Gartens können fortbewegt werden. Die Initiatoren sind übrigens keine Gärtner.
Links:
Wikipedia
Zeit

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