Computer und Schule – was ist möglich?

Zum Bildungssymposion habe ich einige Videos und Webseiten vorgestellt um zu zeigen, was mit dem Einsatz von Computern (und der passenden Software natürlich) möglich wäre. Hier nun eine leicht abgewandelte Form. (alle Links ausgeschrieben für einfacheres kopieren)
Leider sind fast alle Videos auf Englisch.

RSAnimate

Am Anfang stand die Frage „Wie viele Möglichkeiten gibt es, eine Büroklammer zu nutzen?“ Überlegt selbst einmal, was euch einfällt und klammert euch dabei nicht an der vor euch liegenden Klammer fest. (Warum werdet ihr im zweiten Video sehen.)
Als erstes audiovisuelles Unterrichtsmittel gab es eine gute Minute aus dem Video „The secret Powers of time“, Minute 6 bis kurz nach 8, mit einer möglichen Begründung, warum Frontalunterricht nicht (mehr) funktioniert. ( http://www.youtube.com/watch?v=A3oIiH7BLmg )
Dann folgte das 12 minütige „Changing education paradigmas“, welches der Kernpunkt war wegen der vielen Dinge, die angespochen wurden. ( http://www.youtube.com/watch?v=zDZFcDGpL4U )
Ebenfalls sehr interessant und wichtig, aber in der ganzen Länge nicht so richtig passend, ist das Video „Drive: The surprising truth about what motivates us“ ( http://www.youtube.com/watch?v=u6XAPnuFjJc ). Zum Glück könnt ihr ja hier in eurem eigenen Tempo vorgehen, also seht es euch auch an. Es lohnt sich!


Khan Acadamy

Dass ich das eigene Tempo erwähnt habe, ist kein Zufall. Denn lernen im eigenen Tempo ist doch viel besser als „ein Tempo passt fast keinem“, oder? Unter anderem mit diesem Ansatz geht die Khan Acadamy an den Start. Wer sie genau kennenlernen möchte, sollte bei diesem TEDtalk starten: http://www.khanacademy.org/talks-and-interviews/v/salman-khan-talk-at-ted-2011–from-ted-com
Die Kurzversion: Die Khan Acadamy hat derzeit 3200 Videos online, in denen bestimmte Dinge erklärt werden. Das reicht vom kleinen Einmaleins bis zum Schulabschlusstest-Wissen in Mathe, über die Bankenkrise, Wechselkurse und „Financial Weapons of Mass Destruction“ bis hin zu Geschichte und Astronomie.
Neben dem offensichtlichen Selbstbildungspotential steckt aber noch mehr dahinter. Einen ersten Eindruck erhält man auf dieser Seite http://www.khanacademy.org/exercisedashboard Hier sind die Gebiete aufgeführt, in denen Schüler Mathe lernen können. Das nächste Gebiet erreichen sie, indem sie eine bestimmte Anzahl Aufgaben lösen. Haben sie Probleme bei einer Aufgabe, können sie Hilfestellungen erhalten oder sich das Video noch einmal ansehen.
Auf einer Übersicht hat der Lehrer, dessen Klasse die Khan Acadamy nutzt, immer im Auge, wer bei welcher Aufgabe besonders schnell oder langsam ist. Und was immer wieder und wieder passiert: Schüler, die an einem Konzept lange zu knabbern haben, rauschen dann davon (und umgekehrt). Die ganze Theorie der selektiven Schulen ist damit zwar nicht zerstört, aber auf einen Schlag stark in Frage gestellt. Klar gibt es Schüler, die (nach Jahresnoten) immer gut oder immer schlecht sind, aber „Ausnahmen“ in einzelnen Gebieten gibt es nicht nur in Lebensabschnitten, sondern sogar innerhalb eines Jahres in einem Fach. Wann also sollte man selektieren und wie?

Die Khan Acadamy ist ein gutes Beispiel, wie personalisierter Unterricht möglich ist oder wie Schüler auch abseits von Schulen lernen können. Und es ist ein Beispiel, wie mit recht wenig Aufwand gutes, freies Unterrichtsmaterial erstellt werden könnte.

Minecraft Edu

Kann man mit Computerspielen Kinder erziehen? Der Minecraftteacher ( http://minecraftedu.tumblr.com ) ist dieser Meinung und nutzt das Spiel Minecraft im Unterricht. Mit Minecraft kann man nicht nur die Enterprise in Originalgröße nachbauen oder die Animatioswelt des weltberühmten Studios Gibli. Man kann den Kindern auch beibringen, wie man zusammen arbeitet, wie man Pläne macht und Arbeit aufteilt, oder wie Elektrizität funktioniert. Oder einfach mal ein Theater besuchen, wie es Shakespeare benutzt hat.
Und natürlich macht es einen Mordsspaß, so dass die Kinder bei der Sache sind.
Auf dem Symposion diesmal kein Video, da zu lang. Wer ein paar Stunden verbringen möchte, kann hier mit dem ersten Erklärvideo anfangen: http://www.youtube.com/watch?v=sb4PYDTfSbQ&list=PL9E1052E3CCC5FDC9&index=1&feature=plpp_video

Mehr als nur eine Sprache: Duolingo

Nicht nur Mathematik oder Arbeitsteilung kann man mit dem Computer (und dem Internet) lernen. Auch Sprachen. Ein solches Projekt ist Duolingo ( http://http://duolingo.com/ ). Doch das Ziel ist ambitionierter: Duolingo will das Internet übersetzen.
Sprachlerner machen Übungen und setzen dann das gelernte in Übersetzungen von Texten aus dem Netz um. Die Qualität wird durch die Masse garantiert, die Teilnehmer kontrollieren sich selbst. Schwarmintelligenz einmal etwas anders.
Einführung: Elektrischer Reporter, Folge 41, ab 9:10 Minuten. http://www.elektrischer-reporter.de/phase3/video/278/

Duolingo ist noch in der Beta-Phase, einige wichtige Sachen (Vokabelverzeichnis) fehlen und momentan muss man englisch können. Aber die Aussicht ist gut. Wie bei der Khan Acadamy liegt hier der große Vorteil im selbstbestimmten Lerntempo und der (wenn es soweit ist) breiten Auswahl an Sprachen die möglich sind, ohne dass ein Lehrer in der Nähe sein muss.

Auch Computer haben Sprachen

Lernen mit dem Computer, darüber handelt dieser Blogbeitrag, aber man natürlich auch am Copmuter etwas über den Computer lernen. Zum Beispiel Programmiersprachen. Für Javascript und html+CSS (sofern man das als Programmiersprachen akzeptiert) gibt es dazu diese Seite: http://www.codecademy.com/de/learn
Auch die Codeacadamy hat noch unter Kinderkrankheiten zu leiden. In späteren Lektionen gibt es welche, die nicht abschließbar sind, weil der korrekte Code nicht angenommen wird. Aber auch hier ist ein großes Potential vorhanden, nach eigener Zeit und eigenen Möglichkeiten zu lernen.
Wird es in zehn Jahren möglich sein, Menschen- und Computersprachen über das Internet zu lernen? Ohne (viel) Geld ausgeben zu müssen? Was würde das für die Kommunikation der Menschen auf der ganzen Welt bedeuten?

Damit bin ich am Ende, ich hoffe, ihr findet die Videos und Webseiten genauso interessant wie ich und denkt ein wenig darüber nach, wie Lernen in der Zukunft geschehen könnte.

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