Beitrag 4 – Resilienz denken

Dies ist eine Beitragsserie über das Buch „Commons – Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat“, das in 90 Beiträgen verschiedene Aspekte der „Commons“ beleuchtet. Jeder Beitrag wird kurz von mir zusammengefasst. Falls passend, werde ich eine „Moral“ oder ein „Fazit“ ziehen und Gedanken und Fragen zur Diskussion stellen.
Alle Beiträge zu diesem Buch sind mit dem tag „Commons-PMS“ gekennzeichnet und mit diesem erreichbar. Sie stehen unter der Lizenz CC-by-sa. Das Buch kann man auch unter dem Punkt „Open Access“ beim Verlag herunterladen.

Beitag 4 – Resilienz denken

„Resilienz: Die Fähigkeit eines Systems, Störungen zu absorbieren und sich angesichts von Veränderungsdruck neu zuoganisieren, wobei Funktion, Struktur, Identität und Rückkopplungsprozesse im Wesentlichen erhalten bleiben.“

Der britische Plan zu Senkung des Kohlendioxidausstoßes geht in die richtige Richtung. Aber er ignoriert eines: Resilienz.
„Nachhaltigkeit“ muss um Resilienz erweitert werden, um wirkliche Nachhaltigkeit zu erreichen. Wer Bioprodukte im Supermarkt kauft, ist immer noch abhängig vom 2-Tage-Vorrat-Supermarkt und damit vom Öl, mit dem die Lebensmittel von überall herangekarrt werden. Ebenso sollten die Menschen in der Nähe der Windkraftanlagen Eigentümer dieser sein, und nicht große Konzerne irgendwo weit weg.

Die Widerstandskraft einer Gesellschaft hängt letztlich von drei Faktoren ab: Diversität, Modularität und kurze Rückkopplungskreisläufe.
Lokaler Nahrungsanbau bietet alles dreies.
Man muss aber aufpassen, auf welche Bedrohungen man die Systeme abstimmt. Terrorismus oder Pandemien sind eher unwahrscheinlich, sind aber diejenigen, die berücksichtigt werden. Die eigentlich viel gefährlicheren Ereignisse – Wirtschaftskrisen, Klimawandel, Energiepreise – werden nicht bedacht. Dabei sind Lösungen für diese Probleme grundlegend anders. Dazu gehört auch die Abkehr vom Gedanken, dass mehr Konsum zu mehr Glück führt, und von den Zukunftsplänen, die auf dem Bau von Autos, Flugzeugen und der Finanzindustrie beruhen. Stattdessen muss Wert gelegt werden auf die „Wertschätzung von Gemeinschaft, sinnvoller Arbeit, Fähigkeiten und Freundschaft“. Dies ist nicht mit der Verarmung auf das Niveau von Entwicklungsländern gleichzusetzen. Im Gegenteil erhöhen diese durch das gegenwärtige Modell des Wirtschaftswachstums ihre Abhängigkeit vom Weltmarkt.

Eine Steigerung der Resilienz sollte als Chance betrachtet werden, die Gesellschaft im Sinne einer „reflexiven Lokalisierung“ neu zu gestalten. Diese geschieht durch „sozialen Einschluss, ökonomische Innovationen, Gemeinbesitz und die Wertschätzung von Unternehmertum und Diversität.“

Aller Wandel beginnt im Inneren. Man muss einen neuen Blickwinkel einnehmen und sich Fragen stellen wie „Wie gut würde das funktionieren, wenn Öl 200 Dollar pro Barrel kostet?“ Wichtig ist es dabei, die richtigen Geschichten zu erzählen. Es mangelt an Geschichten für die Zukunft.

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Der Beitrag legt seinen Schwerpunkt auf die Stärkung einer lokalen Gemeinschaft gegen die Abhängigkeiten des Weltmarktes und des Klimawandels. Doch was ist für uns Piraten mit drin?
Gehen wir an den Anfang zurück: Wie können wir die Parteiprozesse so entwerfen, dass sie flexibel und funktionsfähig bleiben? Wie können sie dabei erkenn- und nutzbar bleiben, auch für Leute, die nicht technikaffin sind?

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