V-Männer sollen abgeschaltet werden

So steht es heute in der MZ. Diese Wortwahl finde ich noch komischer als „abziehen“. Ein V-Mann, eigentlich Vertrauensmann, siehe neusprech.org, ist jemand, der aktiv in einer Vereinigung ist und dann vom Verfassungsschutz Geld bekommt, damit er diesen mit Informationen versorgt. Er ist also nicht beim Verfassungsschutz angestellt, ganz im Gegenteil. Ergo hat der Verfassungsschutz auch keinerlei Weisungsbefugnis und kann keinen einzigen V-Mann abziehen. Die einzige Macht, die er über V-Männer hat (Was ist eigentlich mit V-Frauen, siehe Gleichberechtigung? Gibt’s eine V-Frauen-Quote?), ist, diesen das Geld zu streichen oder zu erhöhen. Aber ob jemand aus der NPD verschwindet, nur weil der Verfassungsschutz den Zustand vor der Geldzahlung wiederherstellt?

Noch komischer ist der Begriff „abgeschaltet“. Ich hoffe, das geschieht nicht per akuter Bleivergiftung aus der Dienstwaffe – so klingt es jedenfalls. Ich vermute, damit ist das Kappen der Geldversorgung gemeint. Diese kann abgeschaltet werden, aber, wie gesagt, nicht der V-Mann. Der bleibt.

Ich hoffe, das eingesparte Geld wird zur Schuldentilgung genutzt. Andererseits: Ich melde mich hiermit freiwillig als V-Mann in der Piratenpartei. Damit wir auch mal Geld vom Staat kriegen, um unsere Strukturen aufbauen zu können. Mit nem Tausender im Monat bin ich dabei, ein echtes Schnäppchen. Dafür gibt es von mir Protokolle aller Sitzungen und Stammtische der Piraten aus ganz Sachsen-Anhalt. Mit ein ganz klein wenig Glück hat der Verfassungsschutz noch nicht herausgefunden, dass die eh im Netz stehen. Wobei die V-Männer in der NPD auch oft Geld gekriegt haben sollen, wenn sie über öffentliche Ereignisse berichtet haben, also wer weiß…

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