Besuch beim Freien Kino Halle

Da hatte ich doch am Dienstag Langeweile (ja, so etwas gibt es) und da dachte ich mir, schaust du dir mal das Freie Kino Halle an. Ist ja immerhin ein interessantes Projekt, das sogar schon Auftritte in der Lokal- und Regionalpresse hatte.
Der Anfang war erst mal mies wegen der Parkplatzsuche. Klarer Tipp: Fuß oder Straßenbahn. Nach einer Ehrenrunde habe ich dann aber doch noch einen gefunden. Dank dem Kundenstopper war das Gebäude auch recht einfach zu finden, ein kleines Schild mit der Aufschrift „Kino“ und einem Pfeil nach links hätte dann im Treppenhaus aber auch nicht gestört. Denn wer es nicht kennt: das Freie Kino Halle nutzt derzeit eine leerstehende Wohnung. Wer das aber nicht weiß, der zögert als guter Mensch doch etwas, die Wohnung zu betreten, selbst wenn die Tür weit offen steht.
Der Raum selbst ist (für eine Wohnung) recht groß, und die eingebaute Bar (Küche ohne trennende Wand) ist wirklich praktisch. Etwas größer hätte ich es mit dennoch vorgestellt. Was auch nicht geschadet hätte. Stühle standen angeblich 40 im Raum, ich komme so beim Überlegen auf 34. Egal. Auf jeden Fall waren irgendwann – es gab reichlich Spätkommer – alle besetzt und es mussten sich ein, zwei Leute auf den Boden setzen oder hinstellen. Das war wohl auch schon bei der zweiten Vorstellung so (diese war die dritte). Da der Beamer in der Mitte recht bodennah stand, sind einige Plätze „verbraucht“ worden. Eine Art Podest, wenn man schon nichts an die Wand oder Decke schrauben darf, würde vielleicht Sitzplätze schaffen und das Durchlaufproblem beseitigen.
Apropos hinsetzen und Durchlauf: wer aufs Klo wollte, musste im Badezimmer der Wohnung per Eimer handspülen. Das hat einen gewissen rustikalen Charme, ist aber ein deutlicher Nachteil des Ortes.
Über die Filme möchte ich nicht viel sagen, das ist immer Geschmackssache. Wenn ich einen als den besten auswählen sollte, würde ich Big Bucks Bunny samt Outtakes nehmen. Der ist einfach urkomisch und vermittelt sich ausschließlich über Gesten und Gesichtsausdruck der Charaktere, ganz ohne Sprache, was aber nicht bis ausschließlich positiv auffällt.
Definitiv anders hätte ich aber die Reihenfolge gemacht. Der Bunny-Film ist der zweite des verantwortlichen Studioteams und wurde als zweiter gebracht, danach noch das Making Of. Obwohl dieses recht interessant war, war es doch auch sehr lang. Meiner Meinung nach hätte der Bunny-Film als erster gebracht werden sollen, dann das Making Of und dann der erste Film des Studios. Denn dieser hat ein offenes Ende und regt zur Diskussion an, also genau richtig für die folgende Pause.
Gleichsam wäre der Motivationsfilm zu CC besser am Anfang gewesen. Nicht nur, weil dann die Motive auch klarer gewesen wären während der Filme, sondern auch weil so die arg einschläfernde Wirkung der unbändig begeisterten männlichen schweizer Stimme abgemildert worden wäre. Die Stimme war *der* Beweis, dass Klischees, hier vom es langsam angehenden Schweizer, meist doch auf irgendeiner Wahrheit beruhen.
Wie dem auch sei: Eintritt und Getränke nach eigenem Geldbeutel, offene Kasse und ein bunter Mix freier Filme (auch wenn der Animationsabend keinen herkömmlichen Zeichentrick enthielt) in einer gemütlichen Atmosphäre, das kann man sich ruhig gönnen. Es ist zu wünschen, dass das Modell Schule macht. (Und politisch gesehen wäre es wohl ein Beispiel moderner Commons. Muss ich mal drüber nachdenken.) Materialien stellen die Freikinoten ja zur Verfügung. Unter anderem hat jeder Besucher des Abends auch eine DVD mit den gezeigten Filmen mitnehmen können.Wenn es mehrere Gruppen gäbe, wäre der Aufwand auch geringer, dann könnte eine Gruppe die Vorarbeit der anderen nutzen.

Übrigens habe ich auch eine Wunschbitte: „The Yes-Man fix the World“ wäre ein Film, der bestimmt gut ankommt. Es gibt davon eine p2p Version, die gleich noch einen Anhang über die Verklagung der Yes Man hat. Denn es gibt natürlich viele Leute, die nicht wollen, dass der Film gezeigt wird. (Grund genug, es zu tun, oder? 😉 Die Lizenz ist CC-by-nc-nd. (siehe http://vodo.net/yesmen )) Untertitel könnten wegen dem nd problematisch sein, aber man kann ja auch mal fragen, das war ja schon sehr erfolgreich. Ich würde mich auch freiwillig melden zum mituntertiteln.
Zum Film WP allmächtig: Wikipedia (en)
Interview: Torrentfreak

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3 Kommentare zu Besuch beim Freien Kino Halle

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